Home | Fortbildung | Intern | Kontakt | Impressum
Anästhesiologie Amb. OP-Zentrum Dortmund Schmerztherapie Hamm Schmerztherapie Dortmund Partner-Kooperation Über uns
Schmerz:
(althochdeutsch : smerzo ) ist eine komplexe Sinneswahrnehmung, die als akutes Geschehen den Charakter eines Warn- und Leitsignals aufweist, als chronischer Schmerz diesen aber verloren hat und in diesem Fall (als Chronisches Schmerzsyndrom) heute als eigenständiges Krankheitsbild gesehen und behandelt werden soll.
 

Häufig gestellte Fragen

Warum gibt es Schmerzen?

Der Schmerz ist ein schützendes Signal unseres Körpers, das uns vor Verletzungen und anderen gesundheitlichen Gefährdungen warnt. Er ist in dieser Aufgabe ein guter Lehrmeister, weil meist schon ein einziges peinvolles Erlebnis ausreicht (z.B. eine heiße Pfanne), um uns in Zukunft bei gleicher Begegnung vorsichtig werden zu lassen.

 

Chronische Schmerzen

In der Regel ist der Schmerz ein Ereignis von nur kurzer Dauer. Um als Warnsignal verstanden zu werden, sind meist nur Sekunden oder wenige Minuten, selten Tage notwendig.
Wenn aber Schmerzen über Monate oder gar Jahre zur Qual werden, verlieren sie ihre ursprüngliche Funktion – sie werden zu einer Krankheit, der chronischen Schmerzkrankheit.
Der Entstehung von chronischen Schmerzen können die unterschiedlichsten Grunderkrankungen zugrunde liegen z.B: 
  • Schmerzen durch Gelenkveränderungen - Arthrose, Rheuma, Polyarthritis
  • Schmerzen durch mehrfache Operationen an der Wirbelsäule nach z.B. Bandscheibenvorfällen
  • Nervenschmerzen oder Polyneuropathie bei z.B. langjährigem Diabetes; Trigeminusneuralgie; nach Nervenverletzungen, Stumpfschmerzen; Phantomschmerzen
  • Schmerzen nach Gürtelrosen
  • Schmerzen nach Verletzungen an Hand/Arm/Bein durch einen sogenannten Morbus Sudeck
  • Weichteilschmerzen bei z.B. Fibromyalgie
und viele Ursachen mehr.

Laut Definition:
"Chronisch schmerzkrank sind Patienten, bei denen der Schmerz seine Leit- und Warnfunktion verloren und selbstständigen Krankheitswert erlangt hat. In diesen Fällen führt das Schmerzleiden zu psychopathologischen Veränderungen. Der Patient erhebt denSchmerz zum Mittelpunkt seines Denkens und Verhaltens. Dadurch wird er seinem sozialen Umfeld entfremdet, was zu einer Vertiefung des psychopathologischen Krankheitsbildes oder zu einem algogenen Psychosyndrom führen kann. Kennzeichnend für diese chronisch schmerzkranken Patienten sind auch Behandlungsversuche über lange Zeit, welche nicht erfolgreich waren. Chronisch schmerzkrank sind auch solche Patienten, bei denen im Rahmen eines inkurablen Grundleidens der Schmerz zum beherrschenden Symptom geworden ist."
Aus wissenschaftlichen Untersuchungen wissen wir, dass unsere Nervenzellen nicht nur Schmerzreize weiterleiten, sondern auch lernend auf wiederkehrende Reize reagieren. Besonders dann, wenn bei heftigen Schmerzereignissen eine frühzeitige Schmerzbehandlung ausbleibt, können Nervenzellen ein „Schmerzgedächtnis“ entwickeln. Hat sich dieses Schmerzgedächtnis erst einmal festgesetzt, entsteht ein anhaltender, chronischer Schmerz, der auch ohne weitere äußere Ursachen andauert oder immer wiederkehrt.
Gleich zu bewerten sind die Schmerzen, die nicht ständig, sondern periodisch auftreten. Diese Schmerzanfälle (z.B. bei Rheuma oder Migräne) sind meist zusätzlich begleitet von Gefühlen der Hilflosigkeit, Bedrohung und Angst vor der nächsten Attacke.
Chronische Schmerzen bedeutet immer auch eine schwere Belastung der Psyche. Nicht nur in Form einer gedrückten Stimmung und Ängstlichkeit, sondern auch in der Verringerung des Selbswertgefühls und der Lebensqualität. Nicht selten reagieren die Betroffenen mit Isolation und Rückzug aus dem sozialen Leben (algogenes Psychosyndrom). Der Übergang von akuten in chronische Schmerzen lässt sich nur aufhalten, wenn Schmerzen vermieden oder rechtzeitig wirkungsvoll behandelt werden.


Wie wird mein Schmerz behandelt?

Für die Behandlung von chronischen Schmerzen werden immer mehrere Behandlungsmethoden parallel zueinander angewandt.

Ein auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmtes Behandlungskonzept bedarf daher häufig der gleichzeitigen Behandlung durch mehrere Fachdisziplinen.

Neben der Durchführung des von uns sichergestellten Teiles der Behandlung legen wir die notwendigen Kontakte zu den anderen Disziplinen und überweisen Sie, falls notwendig, zu den entsprechenden Spezialisten.

In unsere Praxis werden folgende Therapieformen angeboten:
  • Medikamentöse Therapie
  • Akupunktur
  • T(ranscutane) E(lektrische) N(erven) S(timulation)
  • Therapeutische Lokalanästhesie
  • Diagnostische und therapeutische Nervenblockaden
  • Rückenmarksnahe Opiatapplikation mit und ohne Katheter
  • Wurzel- und Sympatikusblockaden
  • Befüllen von implantierten Medikamentenpumpen

Für folgende Behandlungsmethoden kooperieren wir mit anderen schmerztherapeutisch tätigen Kollegen oder Zentren:
  • Fazettblockaden und –neurolysen
  • CT-gesteuerte Wurzelblockaden
  • Implantation von SCS-Systeme ( Spinal Cord Stimulation )
  • Periphere Nervenstimulation ( Schmerzschrittmacher )
  • Botox-Behandlung von Muskelspasmen
  • Physikalische Therapien
  • Psychotherapie

Machen starke Schmerzmittel süchtig?

Gegen starke Schmerzmittel z.B. Tramal, Tilidin, Morphine und andere hochwirksame Opiate/Opioide  haben oft sowohl Ärzte als auch Patienten große Bedenken wegen einer sich möglicherweise entwickelnden "Drogen-Abhängigkeit" und Sucht. Von Sucht spricht man jedoch nur bei einer unkontrollierten, zwanghaften Einnahme einer Droge. Unter Überwachung eines erfahrenen Arztes kommt eine Sucht bei medikamentösem Gebrauch von Opiaten so gut wie nicht vor. Da Opiate bei retardierten, d.h. verzögert ihren Wirkstoff abgebenden Präparaten ihre Wirkung nicht schubartig entfalten, kommt es auch nicht zu rauschähnlichen Z
Allerdings kann durch falsche Einnahmegewohnheiten eine Medikamentensucht antrainiert werden. Schmerzmittel müssen deshalb immer zu festgesetzten Zeiten eingenommen werden. Keinesfalls sollte der Patient die Einnahme herauszögern bis die Schmerzen wieder stark geworden sind, da der Körper sonst ähnlich wie bei Süchtigen nach Schmerzlinderung und der nächsten Dosis verlangt. Wenn die Schmerzmittel nach Zeitschema eingenommen werden - ohne dass der Schmerz wieder stark zu spüren ist - bleibt die Suchtgefahr klein.



Kann man sich an ein Schmerzmittel gewöhnen?

Eine körperliche Gewöhnung tritt bei fast allen Medikamenten ein, die über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Medikamentengewöhnung ist jedoch keine Sucht im eigentlichen Sinn, da die Gewöhnung jederzeit veränderbar ist. Aber auch unter einer Opiat-Dauertherapie mit zum Teil sehr hohen Dosen entwickeln Patienten eine körperliche Abhängigkeit. Bei abruptem Absetzen der Medikamente entstehen Entzugssyndrome wie z.B. Schwitzen, Übelkeit, Unruhe, Schlaflosigkeit. Diese Entzugserscheinungen lassen sich durch langsames Ausschleichen der eingenommenen Medikamente aber minimieren.


Starke Schmerzmittel und Autofahren?

Das Autofahren bei Schmerzmitteleinnahme ist laut Straßenverkehrsordnung erlaubt, wenn die Medikamente zur Behandlung einer Krankheit notwendig und - ganz wichtig - vom Arzt verordnet sind.
Bei Führerscheininhabern, die auf Schmerzmittel angewiesen sind, ist der behandelnde Arzt verpflichtet, den Patienten auf mögliche Einschränkungen und Gefahren hinzuweisen. Der Arzt sollte den Patienten schriftlich bestätigen lassen, dass er auf die Gefahr hingewiesen wurde.
Der Patient sollte darauf hingewiesen werden, dass ein plötzliches Absetzen der Schmerzmedikamente oder der grundsätzliche Verzicht auf Schmerzmittel trotz starker Schmerzen keineswegs fahrtauglich machen.
  • Fahrtüchtige Patienten sollten einen Opioid-Ausweis mit sich führen. Er ist erhältlich bei ihrem verschreibenden Arzt, bei der Deutschen Schmerzliga oder bei der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. Im Opioid-Ausweis vermerkt der Arzt, dass der Betroffene auf diese Medikamente angewiesen ist.
  • Während der Einstellungsphase - z.B. von Morphium - wird das Führen eines Fahrzeugs wahrscheinlich nicht möglich sein, da in den ersten 14 Tagen sowie nach jeder Dosiserhöhung aufmerksamkeitseinschränkende Nebenwirkungen häufig sind. Bei gut eingestellten Patienten, die nicht mehr unter Sehstörungen, Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel leiden, steht dem Autofahren nichts entgegen.
  • Auch wenn der Arzt die grundsätzliche Erlaubnis zum Autofahren gibt, sollte der Patient vor jeder Fahrt seine Fahrtauglichkeit selbst kritisch einschätzen. Bei Bedenken bezüglich der Fahrtauglichkeit sollte der Patient besser ein Taxi oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen.


Starke Schmerzmittel und Reisen ins Ausland?

Wer regelmäßig Schmerzmittel einnimmt, sollt bei Reisen ins Ausland Folgendes beachten:
  • Medizinische Notwendigkeit nachweisbar machen - mit Beipackzettel, Bescheinigungen, Opiatausweis etc.
  • Informationen ggf. übersetzen lassen.
  • Mengenbegrenzung beachten.
  • Zeitverschiebung, veränderte Klimabedingungen und Komplikationen (Durchfall, Erbrechen) mit einkalkulieren.
  • Rechtzeitig planen.
Schmerz- und Betäubungsmittel können bei der Einreise in andere Länder beschlagnahmt werden. Patienten, die auf diese Medikamente angewiesen sind, müssen deshalb den Beipackzettel sowie - in nicht-deutschsprachigen Ländern auf englisch übersetzt - eine ärztliche Bescheinigung vorweisen können, die nachweist, dass der Patient das Medikament auf ärztliche Verordnung einnehmen muss. Es wird empfohlen, diese ärztliche Erklärung von der Gesundheitsbehörde des jeweiligen Bundeslandes beglaubigen zu lassen.

Der Patient darf die Menge an Schmerzmitteln mit sich führen, die er wegen seines Gesundheitsproblems für die Zeit des Aufenthaltes benötigt. Bei der Zollerklärung müssen diese Medikamente angegeben werden. Es ist ratsam bei der zuständigen Botschaft in Deutschland die genauen Richtlinien des jeweiligen Landes zu erfragen.

Die "Bescheinigung für das Mitführen von Betäubungsmitteln im Rahmen einer ärztlichen Behandlung bei Auslandsreisen" wird Ihnen der verschreibende Arzt ausstellen oder kann beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) unter www.bfarm.de > Betäubungsmittel > Formulare heruntergeladen werden.
Zudem sollten Patienten, die auf Opioide angewiesen sind, immer ihren Opiat-Ausweis mit sich führen.

Was ist noch wichtig?
In manchen Reiseländern ist die Gefahr relativ hoch, durch ungewohnte Speisen oder verunreinigtes Trinkwasser Durchfall zu bekommen. Manchen Reisenden wird auch bei Flügen oder Seereisen übel, so dass sie sich übergeben müssen. Bei Durchfall oder Erbrechen können oral zugeführte Schmerzmittel eventuell nicht mehr ausreichend wirken. Deshalb Medikamente gegen Übelkeit (Zäpfchen) und Durchfall mitnehmen und ggf. Schmerzpflaster zusätzlich verordnen lassen, um eine Unterversorgung mit Opiaten zu vermeiden.

Ihre Reise sollten Sie möglichst stressfrei beginnen, z.B. die Hilfe eines Reisebüros in Anspruch nehmen, Gepäck vorab einchecken, damit Sie nicht zu lange in der Schlange stehen müssen, insgesamt ausreichend Pausen einplanen.
  • Eventuell muss die medikamentöse Therapie höher dosiert werden als zu Hause, weil
    • die An- und Abreise für viele Patienten besonders belastend ist (z.B. langes, unbequemes Sitzen im Flugzeug).
    • im Urlaub oft ein Teil des Therapiespektrums wie Akupunktur, Physio- oder Psychotherapie wegfällt.
  • Wenn der Patient zu Hause ein Analgetikum in oraler Form einnimmt, sollte er für den Urlaub - falls im Handel erhältlich - zusätzlich Schmerzmedikamente wie Pflaster, Spritzen, Nasensprays etc. verordnet bekommen, weil Tabletten aufgrund von Erbrechen nicht wirken könnten.
  • Für Migräne-Patienten kann der Jetlag problematisch werden. Deshalb sollte auch im Urlaub der normale Tagesrhythmus eingehalten werden.
  • Opiat-Patienten sollten sich bei Zeitverschiebung sofort auf den Tagesrhythmus vor Ort einstellen und Übergangsprobleme mit niedriger dosierten Präparaten, z.B. Tropfen überbrücken.
  • Die Anwendung von Schmerzpflastern kann in heißen Ländern problematisch werden, da schweißfeuchte Haut eine höhere Dosis aus dem Pflaster schwemmt. Eventuell auf niedriger dosierte Pflaster ausweichen.

TENS Gerätebenutzung im Ausland

Patienten, die TENS-Geräte benutzen, kommen in heißen Ländern mit einer geringeren Stromintensität aus als zu Hause, da schweißfeuchte Haut besser leitet als trockene. Am Flughafen gibt es keine Probleme mit dem Gerät, wenn Sie die Gebrauchsanweisung vorlegen können.




Schmerzpraxis Hamm
Südstr. 20
59065 Hamm  



Ambulantes OP-Zentrum Dortmund und
Schmerzpaxis-Filiale
Wittekindstr. 105
44139 Dortmund